(Dorf-)Laden mit Xiaomi ausstatten

  • Ein nicht-kommerzieller lokaler Dorfladen (klingt erstmal unlogisch wa? :) ) kam vor einigen Jahren auf mich zu, ob ich dort die EDV-Verwaltung, Absicherung und Wartung ehrenamtlich übernehmen könnte. Die Überwachungstechnik war jedenfalls so in die Jahre gekommen, dass man auf den rudimentären Aufzeichnungen eher Schemenhaft erkennen konnte, was dort passierte. Auch die Auswertung war ein Krampf, wobei die Mühe das Ergebnis ohnehin nicht rechtfertige, da wie gesagt nichts weiter zu erkennen war.


    Das Ergebnis heute (und ein Dank geht an Michael @dRaCID01 , der mir bei der Auswahl doch entscheidende Hinweise geben konnte), dass folgende:

    3x https://www.amazon.de/gp/product/B081G9F52S/ ( MiHome Überwachungskamera, 360 Grad 1080p ) ~ca je 40 Eur

    3x https://www.amazon.de/gp/product/B073JYVKNX ( SanDisk 64GB SD-Karten) ~ca je 11 Eur

    3x USB Netzteile ~ca je 5 Eur

    1x Gateway mit 2 Türsensoren (dieses Set halt mit dem Knopf und 2 Bewegungsmeldern^^) ~ca 65 Eur

    2x https://www.gearbest.com/acces…p_626702.html?wid=1433363 (Noch unterwegs, eilt ja nicht :) ) ~ca je 11 Eur

    2x das Amazon Fire 7-Tablet ~ca je 45 Eur


    Also, los gehts! Xiaomi Account erstellen und wie immer viel zu lange auf den Bestätigungscode warten :D Naja, kennt man ja. Kameras an die Decke schrauben und sich denken, wow - da sind echt keine Netzteile dabei... Netzteile gab es 2 von anderen Ehrenamtlern, wobei wir die jetzt einheitlich zu Netzteilen von HAMA getauscht haben, die sich farblich einfügen. Zur Ersteinrichtung mein privates Tablet benutzt, ging auch echt einfach, die Kameras reden auf englisch, dass Sie bereit zur Paarung sind und man hält denen nen QR-Code von Tablet vor die Linse. SD-Karten rein, formatieren und schauen ob es läuft. Nach ca 6-8 Tagen überschreibt die Kamera die ältesten Daten mit den aktuellen.


    Da schon beim alten System bemängelt wurde, dass auch an der Kasse ein Live-Bild zu sehen sein sollte, habe ich mich etwas voreilig für die recht veralteten Fire-7 Tabelts entschieden. Glaubt mir, ist ein kleiner Krampf. Xiaomi Home soll dann nicht kompatibel sein, Google Play fehlt ja eh. Lässt sich aber alles mit den APKs regel und die ganzen Vorinstallierten Amazon-Apps wandern in nen gemeinsamen Ordner "nonsense" - schön wirkt es fast aufgeräumt. Die Dinger sind unheimlich träge und ich befürchtete schon, dass die Tablets den Zweck nicht erfüllen. Aber: Einmal fertig, Kamera geöffnet und ans Netzteil angeschlossen bleiben die Dinger problemlos an und zeigen ein gutes flüssiges Bild. Mehr sollen die Dinger auch nicht machen.


    Die Türkontakte und Bewegungsmelder Richtung Notausgang und Eingang angebracht. Ein bissel mit der Automatisierung rumgetestet, da kann man sicher noch mehr machen. Eine Xiaomi Glühbirne ist auch schon in den Dorfladen gewandert, die geht Nachts leicht verzögert an, wenn ein Türkontakt auslöst. Die Thermometer sollen in die Kühlschränke, bin gespannt, ob das Signal es durch das Glas an den Gateway schafft. Laut Angabe vertragen die auch bis zu -20°. Da soll dann ne Automatisierung rein, wenn die Temperatur ungewöhnlich steigt und zumindest ne Meldung machen. Kann ja einfach ne Tür mal offen sein oder leider auch ein Gerät defekt gehen (hatte der Laden einmal, war echt unschön, so weiß man es wenigstens relativ früh)


    Ich wollte dann gerne das Bild der Kameras auch abwechselnd mit anderen Infos (Photovoltaikanlage, Angebote, Infos zum Dorfleben etc durchspielen) ((Nutze dazu ne geflashte TV-BOX von Gearbest für 20€ als Zuspieler)) was sich aber als extrem schwer rausstellte, da die Kameras zumindest standardmäßig keinen RTSP Stream bieten.

    Im Juni soll der 65" TV von Xiaomi rauskommen und ich hoffe sehr, dass ich den Verein überreden kann, sich für diesen als Infotafel und Präsentationsfläche zu entscheiden. Das Ding hat dann auch Nativ die Mi Home App drauf und liefe darüber hinaus auch ohnehin auf Android 9. (("Ein" 65" TV ist ohnehin in Planung, da man das Café auch als Raum für Veranstaltungen mit Präsentationen nutzen will - auch da wurde ich angesprochen, man muss das aber relativ zeitnah abschließen und so richtig klar ist mir leider auch nicht wann genau und über welchen Weg der Fernseher dann zu bekommen ist))


    Es ist sicher noch eine Menge Arbeit alles sinnvoll einzustellen, um auch das volle Potenzial der Automatisierung zu nutzen. Wie auch immer, die Ziele sind zu einem überschaubaren Preis (ca. 350 Eur) mehr als erfüllt worden und bisher ist das Feedback des Vereins durchaus positiv.

  • Micha Da wurde aber schon ordentlich automatisiert. :) Und der Hauptvorteil ist eben "es ist bezahlbar". Man muss sich eben "rantasten" was geht und was nicht.


    Für kritische Automationen kann man auch etwas doppelt auslegen. z.B. 2 Temperatur Sensoren für einen Kühlschrank. Oder mit 2 Überwachungs Meldungen für über 10°C und dann nochmal über 12°C. Damit sollte die Sicherheit das die Meldung auch am Handy ankommt steigen.


    ich gebe allerdings eines zu bedenken ! Xiaomi macht Updates für die Hardware und Software. Funktionen, Menü's oder Befehle die "immer" funktionierten können sich nach einem Update komplett ändern oder verschwinden!.


    aktuell habe ich das für eine meiner Xiaomi Cameras erlebt. Nach einem Firmware Update kann ich nicht mehr das lokale NAS als Speichermedium nutzten was vorher einwandfrei funktionierte. Wenn es das eigene System ist o.k. . Aber wenn es ein System für einen Kunden oder Benutzer ist ist der Ärger schon vorprogrammiert.


    IOBroker ist da wegen der Update Sicherheit etwas besser. Allerdings auch beim installieren und einrichten komplexer.

    Und ja. für Rasbian und IOBroker kann man auch manuelle Updates machen.

  • Du kannst auch die Updates in der Mi Home App manuell anstoßen und müssen nicht autom. ablaufen, das gleiche gilt für die mi Home App an sich. Wenn man die Geräte in einem "Kundenrahmen" verbaut, sollte man vorher eine Testumgebung haben, an der man Updates vorher dann testet.. Das machen eigentlich sehr viele so.